Das von Andreas Heinecke 1988 erdachte Konzept besteht darin, einen Ort des Austauschs zu schaffen, der die Besucher in eine Welt eintauchen lässt, die so ganz anders ist, als ihr alltägliches Umfeld. Die Besucher werden in absoluter Dunkelheit von blinden oder sehbehinderten Menschen durch den Parcours geführt.
Dieser Ausstellungsparcours ist vor allem ein Ort der Begegnung, dessen Hauptaufgabe der Dialog ist: Der Dialog mit sich selbst, der Dialog mit Anderen (der andere Besucher, der sich in der gleichen Situation befindet) und der Dialog mit dem Unbekannten (dem blinden Guide).
Die Botschafter sind hier die Guides, die sich in Vermittler verwandeln, um zu erklären, inwiefern das sensorische Können jedes einzelnen anders sein kann und wie sich jeder an die verschiedenen Situationen anpassen kann. Die Rollen des blinden bzw. sehbehinderten Guides und der Gruppe kehren sich um: Anders als im alltäglichen Leben ist es hier der sehbehinderte Mitarbeiter, der Sie durch die Erlebniswelten führt, all Ihre Sinne fordert, und Ihnen Sicherheit gibt… so festigt sich das Verhältnis zwischen Gruppe und Guide im Laufe des Parcours.
Die Erfahrung wird zum pädagogischen Werk. Tatsächlich ist es so, dass die blinden Personen in Wirklichkeit nicht in totaler Dunkelheit leben, aber der „Dialog im Dunkeln“ verspricht den Sehenden sich dieser Situation anzunähern. Fern von der Angst vor der Behinderung, intensiviert sich die persönliche Beziehung, die jeder Besucher im Laufe des Parcours mit seinem Guide eingeht: die Vorurteile verschwinden Stück für Stück, um dem Dialog und dem Teilen der gemeinsamen Eindrücke Platz zu machen.

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Als er einem erblindeten Kollegen zu Beginn der 1990er Jahre half, seine Berufstätigkeit wieder aufzunehmen, entdeckte Andreas Heinecke die Welt der Nichtsehenden. Zu dieser Zeit war er Journalist bei einem deutschen Radiosender. Diese Welt, fand er so „faszinierend“, dass er in Hamburg „Consens“ gründete, einen Ort zur sozialen Wiedereingliederung für Menschen mit Behinderung, deren Generaldirektor er heute ist.
Der soziale Ausschluss von Menschen mit Behinderung und die Ungleichheit der Chancen, dieselben Förderungen im Bereich Bildung, Arbeit, Verkehr oder Freizeit zu erhalten, sind das größte Problem. 610 Millionen Menschen auf der Welt haben eine Behinderung, von denen zwei Drittel in Entwicklungsländern leben.
Die Angst und die Vorurteile dem Anderen gegenüber sind ohne Zweifel verantwortlich für diese Situation und machen den Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderung schwierig. Darüber hinaus, herrscht ein Gedanke immer vor: Eine behinderte Person ist „weniger wert, als eine ‚normale’ Person“. Dieser Gedanke führt unglücklicherweise zur Diskriminierung und Ausgrenzung blinder und behinderter Menschen in der ganzen Welt.
Die einzige Möglichkeit diesem Notstand ein Ende zu bereiten und die Rechte der Menschen mit Behinderung aufzuwerten, besteht darin, eine Plattform des gegenseitigen Kennenlernens zu schaffen. Beziehungsweise, einen Weg zu finden, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, damit sie sich begegnen und austauschen können. In diesem Sinne ist das Konzept von „Dialog im Dunkeln“ entstanden. Ein Ausstellungsparcours, der versucht, die Gedankenwelt und nicht die visuelle Warhnehmung einer Person als Ausgangspunkt zu nehmen. „Dialog im Dunkeln“ ist nicht nur eine Ausstellung, es ist ein Forum der Kommunikation und des Austausches zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Des Weiteren soll es den Besuchern eine Horizonterweiterung bieten. „Dialog im Dunkeln“ trägt dazu bei, Denkweisen zu ändern und die Toleranz zu fördern. Darüber hinaus strebt die Ausstellung die soziale Integration der Blinden an. Ihnen wird die Gelegenheit gegeben, ihr Selbstvertrauen zu steigern, indem sie einer anspruchsvollen Arbeit nachgehen und eine größere finanzielle Unabhängigkeit gewinnen.